Duplo und Merlin

Einen Tag nach dem Tod von Drops fuhren wir zu einer Züchterin um einen Partner für Duplo zu finden. Duplo nahmen wir auf anraten der Züchterin in einer Transportbox mit. Dort angekommen zeigte sie uns einen kleinen Bock und setzte ihn zu Duplo in die Box. Dieser schien recht uninteressiert. Genau in dem Moment vernahmen wir ein unglaublich lautes quiecken aus einer anderen Ecke des Raumes; ein kleines freches Meerschweinchen hatte sich etwas von seiner Gruppe entfernt, stand am Gitter, quieckte und schaute uns dabei an. Wir nahmen das als Zeichen und setzen ihn zu Duplo in die Transportbox. Dieser war sehr interessiert an dem Kleinen und die beiden beschnüffelten sich fleißig. Somit stand die Entscheidung; Merlin hatte sich uns ausgesucht.
Zu Hause angekommen (immer noch im Etagen-EB) setzten wir die beiden zusammen ins Gehege. Es wurde fleißig von Merlin erkundet und Duplo zeigte ihm alles. Merlin war ein sehr mutiges Meerschweinchen; sofort beim ersten Auslauf im Wohnzimmer rannte er fröhlich durch die Gegend und sprang sogar auf unseren Schoß während wir mit Futter bewaffnet auf dem Boden saßen.
Merlin war ein kleiner Rabauke und hatte einige Tricks drauf; er wusste genau, wie er auf die Heuraufe springen muss, damit er aus dem Gehege hüpfen kann. Als er größer wurde sprang einfach so über das Plexi (25cm raus und 30cm rein). Als er keine Lust mehr auf Springen hatte, lernte er die Plexiglasscheiben entfernen. Wir hatten das Plexi zu dem Zeitpunkt mit Bodenträgern für Regalbretter befestigt; die zog er einfach raus und wartete manchmal an der Haustür auf uns wenn wir von der Arbeit kamen.
Wir wollten den Etagenbau eigentlich um einen liegenden PAX erweitern um mehr Rennfläche bieten zu können. Aber dann kamen Barney und Joker dazwischen, die in den liegenden PAX einzogen.
Zunächst lief es gut in dem Bau; sie nutzten alle Etagen und fühlten sich wohl. Je älter Duplo wurde, desto weniger nutzten sie die Rampen, sie hielten sich eigentlich nur noch unten auf 1m x 0,6 auf. Also wurde mit Barney und Joker getauscht. Duplo wurde viel fröhlicher und agiler. Am wohlsten fühlten Sie sich allerdings, als wir die Tiefe auf 1m erweiterten; in diesem Moment hörte Merlin auf an den Scheiben zu knabbern und sprang auch nicht mehr aus dem Gehege.
Barney liebte Duplo und versuchte immer, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Manchmal stand er stundenlang vor dem Gehege. Wir wagten einen Vergesellschaftungsversuch der beiden Paare an einem neutralen Ort. Diesen brachen wir nach 15 Minuten wegen einer Wunde an der Lippe ab. Im Nachhinein betrachtet haben wir viel zu früh aufgegeben. Eine Vergesellschaftung im Gehege mit viel Futter hätte mit ziemlicher Sicherheit funktioniert, da außer Merlin alle sehr unterwürfig waren. Aber wir hatten Angst, „im Internet“ sagte man ja auch, dass Bockgruppen nicht funktionieren würden. Da waren wir ja schon sehr froh, dass die Paare keine Probleme bereiteten.
Dann wurde Duplo sehr krank. Er hatte eine Schilddrüsenüberfunktion und eine Kiefergelenksarthrose. Durch die Arthrose konnte er kein Heu mehr essen, somit waren immer Pellets im Gehege. Gut für Duplo, schlecht für Merlin; er hatte irgendwann die 1600 Gramm-Marke geknackt und war unfassbar träge geworden. Duplo ließ sich gerne mit der Päppelspritze zufüttern; er wartete Morgens und Abends schon sehnsüchtig an der Scheibe auf seinen Brei. Leider versäumte die Tierärztin trotz Sympthome das Herz zu untersuchen (ist bei einer SDÜ häufig mitbetroffen), somit verstarb er recht bald an einem Herzinfarkt. Alles in allem waren die beiden ein tolles Team, bei dem es niemals Streit gab.

Merlin trauerte nicht sehr stark, somit suchten wir in Ruhe nach einem Frühkastraten, welchen wir eine Woche später abholen durften. Hier geht es weiter mit Merlin und Shaun. Aber vergesst Barney und Joker nicht, da gibt es auch einiges zu erzählen.