Shaun, Toni, Gizmo und Jumanji

Endlich war es soweit; Jumanji war groß genug um kastriert zu werden und wir durften ihn einen Tag später direkt abholen. Zu Hause angekommen setzten wir ihn zu den anderen ins Gehege (immer noch der liegende PAX 2,25 x 1), natürlich mit ganz viel Futter.
Shaun und Toni waren recht entspannt; Gizmo und Jumanji flitzten gemeinsam durchs Gehege und begannen die beiden großen zu besteigen. Die waren zum Glück vorerst noch unbeeindruckt. Alles in allem lief es die erste Zeit ganz gut mit den vieren. Natürlich begannen wir bereits die Planung eines neuen Eigenbaus, damit die Jungs schnell umziehen konnten. Wieder half uns IKEA, diesmal mit den LACK Couchtischen. Diese Tische passten exakt in unsere Ecke; danke IKEA. Das Gehege gefiel ihnen deutlich besser, da sie endlich viel mehr Rennstrecke hatten.
Leider begannen nach ein paar Monaten kleinere Streitereien zwischen Toni und Jumanji. Jumanji ärgerte den damaligen Chef gerne mal indem er ständig versuchte, ihn zu besteigen. In einem ganz kurzen Zeitraum machte sogar Gizmo mit (wir nannten das dann AAT (AlleAufToni), nur Shaun hielt sich immer raus. Das wollte Toni aber nicht auf sich sitzen lassen, also schlug er schon mal zurück und verpasste dem kleinen Jumanji den ein oder anderen Ratscher am Po. Meistens war er aber viel schneller und flüchtete auf die „Wohlfühlbrücke“, weil ihn Toni dort nicht mehr jagen konnte. Da lag er dann teilweise stundenlang, mümmelte Heu und schlief.
Diese Streitigkeiten gingen mal einen Tag, mal eine Woche. Zwischendurch war es aber immer wieder harmonisch (obwohl Jumanji und Toni nicht die besten Freunde waren). Toni war der Chef und blieb der Chef. Gizmo und Shaun war die Rangfolge total egal und nahmen den Rang, der übrig blieb.
Dann begann die wohl schlimmste Zeit. Jumanji war mittlerweile 1,5 Jahre alt und wollte endlich aufsteigen. Er versuchte es immer mal wieder; als Toni nicht nachgab, hörte er aber auf. An einem Tag erwischte er Toni am Ohr, während sie zusammen durchs Gehege kugelten. Danach schien es so, als hätte Toni aufgegeben.
Jumanji fand das super, aber konnte es noch nicht so recht fassen. Also machte er weiter und zeigte Toni immer wieder , dass er jetzt der Boss ist. Vielleicht war das auch die Rache dafür, dass Toni ihn in seiner Jugend so gejagt hat, wer weiß das schon so genau. Bei einem weiteren Streit kurz darauf passierte es dann; Toni und Jumanji hatten recht große Bisswunden am Mund; bei Jumanji entstand sogar leider ein Abszess.
Wenn sie nicht gerade aneinander gerieten (2-3 Mal am Tag) wirkten sie allerdings nicht gestresst; klar, Toni und Jumanji waren keine Freunde aber sie aßen und schliefen dennoch nebeneinander. Abgenommen hatten sie auch nicht in der Zeit. Nachdem sie allerdings nach 2 Wochen immer noch täglich aneinander gerieten, planten wir eine Trennung des Geheges und wollten in den nächsten Tagen das Material besorgen (auch wenn wir nicht wussten zu wem Shaun und Gizmo jeweils sollten, da die beiden sich eigentlich viel zu gut verstanden um getrennt zu werden).
Genau an diesem Tag hörte es so plötzlich auf, wie es begonnen hatte. Wir trauten dem Frieden noch nicht so ganz, aber ab diesem Tag konnten wir nie wieder einen Streit beobachten. Jumanji war nun der Chef und Toni war irgendwo weiter unten. Beide schienen sich gut mit ihren neuen Rollen zu arrangieren und nährten sich einander wieder an. Immer öfter sah man sie dicht an dicht zusammen liegen oder essen.
Auch mit Shaun und Gizmo lief es super, es herrschte wirklich Harmonie pur. Als wir dann umzogen und das neue Gehege bauten freuten Sie sich sehr über die tolle Rennstrecke. Toni schien besonders glücklich darüber.
Leider war das Glück nicht von langer Dauer; ein paar Wochen später wurde Shaun sehr krank. Zunächst stellte er das Heu fressen ein und nahm stärker ab. Da er das schon einmal hatte, vermuteten wir und der Tierarzt eine Verstopfung; er fraß zu dem Zeit aber noch alles frische, was wir ihm anboten, ansonsten schien er allgemein auch fit. Als er nach 3 Tagen immer noch kein Heu essen mochte, fuhren wir erneut zum TA und ließen die Zähne schleifen, die minimal zu lang waren. Leider stellte er ab diesem Tag das essen komplett ein und musste voll gepäppelt werden. Er gehörte wohl zu den unter 5% die eine Zahnbehandlung nicht gut vertragen. Des Weiteren hatte er ein leichtes retrogrades Zahnwachstum, was ihn aber lt. Tierarzt nicht so sehr stören dürfte. Es folgten Wochen voller Tierarztbesuche (Herzultraschall, dutzende Röntgenbilder, erneutes schleifen der Zähne, Kotuntersuchungen, Antibiotikum, eine Woche komplett beim Tierarzt, Infusionen, Laserbehandlung, etc.), Päppelei und ständige Verstopfung. Gizmo kümmerte sich in der Zeit unheimlich gut um seinen Freund, war ständig in seiner Nähe und putzte ihn.
Nachdem Shaun eine Woche beim Tierarzt verbracht hatte, war sein Zustand immer noch relativ unverändert; er saß die meisten Zeit recht unglücklich im Gehege. Allerdings hatten wir einen kleinen Hoffnungsschimmer, da er nach der Laserbehandlung des Kiefers immerhin wieder eigenständig am Fenchel geknabbert hatte. Aber es waren immer nur Momente, in denen es ihm scheinbar gut ging. Vom einen Tag auf den anderen bekam er flüssigen Durchfall und wurde sehr schwach, sodass wir uns schlussendlich dazu entscheiden mussten ihn gehen zu lassen. Leider wissen wir bis heute nicht wirklich, was er eigentlich hatte (nur, was er nicht hatte).
Toni, Gizmo und Jumanji ging es leider gar nicht gut. Sie waren unheimlich ängstlich geworden. Wir dachten bis zu diesem Zeitpunkt, dass Shaun gar keine große Rolle in der Gruppe gespielt hat, da er meistens schlief und sich immer aus allem raushielt. Aber wir täuschten uns; er war derjenige, der Ruhe in die Gruppe brachte. Der den anderen Meerschweinchen durch sein Verhalten zeigte, dass alles gut ist und sie keine Angst haben müssen. Es war Anfang Dezember und die Leute fingen an, Knaller zu zünden. Wenn es draußen knallte, rannten die 3 panisch alle zusammen in ein Häuschen und kamen teilweise stundenlang nicht mehr raus.

Wie es der Zufall so will, konnte Opie ihnen helfen. Hier geht es weiter mit Toni, Gizmo, Jumanji und Opie.