Toni, Gizmo, Jumanji und Opie

Kurz nach Shauns Tod hörte ich von einem Bekannten, dass diese ein Meerschweinchen „übrig“ hatten. Er hatte mit einem Bruder in einem kleinen Stall in Außenhaltung gelebt und der Bruder war kürzlich verstorben. Die Tiere waren für die Kinder ohnehin schon länger nicht mehr interessant und somit war man froh, als wir ihn übernahmen.
Der ursprüngliche Plan war es, Opie in die Notstation in Hamburg zu bringen, da man ja überall liest, dass man einen alten, nicht sozialisierten Bock nicht mit einer Gruppe vergesellschaften kann. Nach einem langen Telefonat mit der Notstationsbetreiberin waren wir uns da gar nicht mehr so sicher.  Diese hält seit vielen Jahren Bockgruppen und hat fast ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Also wurde Opie abends abgeholt und zum durchchecken zu Ihr gebracht. Er hatte viel zu lange Krallen und einige Verfilzungen, ansonsten war er überraschenderweise in einem recht guten Zustand. Natürlich war er etwas klapprig, aber das darf man auch sein, wenn man 6-7 Jahre alt ist und sein Leben im 1 Meter Knast verbracht hat. Als wir ihn das erste mal sahen war klar, dass wir es mit ihm versuchen werden. Seitens der Notstation wurde uns nochmal Mut gemacht.
Also wurde Opie noch am gleichen Abend zu den Jungs gesetzt. Er suchte sich sofort ein Versteck und blieb dort sitzen. Wenn ein Schweinchen ihn begrüßen wollte rannte er nicht weg, er fing stattdessen an furchbar laut zu quiecken. Die anderen kannten dieses Verhalten gar nicht und waren sichtlich irritiert. Aber sie akzeptierten sofort, dass er Zeit braucht. Alle waren sehr freundlich zu ihm und niemand bedrängte ihn. Gebrommsel oder jagen gab es überhaupt nicht.
Opie war sichtlich überfordert und es dauerte einige Tage, bis er das ganze 4 qm Gehege erkundet hatte. Den Auslauf wollte er überhaupt nicht nutzen und rannte immer sofort rein, wenn wir ihn raussetzten. Also gab es das Futter zukünftig im Gehege.
Aber er taute nach und nach auf und freundete sich insbesondere mit Toni an. Er liebte es Aufmerksamkeit zu bekommen und wusste immer genau, dass er wenn wir vom Sofa aufstehen nur niedlich zu schauen (oder zu quiecken) braucht und er sofort etwas zu essen aus der Hand bekommt.

Nur 2 Wochen nach dem Einzug von Opie erweiterten wir die Gruppe um Jax, da wir uns bei dem Besuch der Notstation verliebt hatten. Hier geht es weiter mit Toni, Gizmo, Jumanji, Opie und Jax.